Mannheims Straßen

Samstag, Juni 03, 2006

Von Eichhörnchen und Wildblumen


Tour 8
Stadtteil: Käfertal
Abgelaufene Straßen: Rollbühlstraße, Baumstraße, Kornblumenstraße, Veilchenstraße, Habichtstraße, Nelkenstraße, Jägerstraße, Schwalbenstraße, Reiherstraße, Reiherplatz, Enzianstraße, Grohbergstraße, Auerhahnstraße, Obere Riedstraße, Habichtplatz, Fasanenstraße, Gewerbstraße, Gartenstraße, Äußere Querstraße

Käfertal ist einer der Stadtteile Mannheims, die einmal eigenständige Gemeinden waren, und im Laufe der Jahre in Mannheim eingemeindet wurden, in diesem Fall war es 1897. Käfertal und der angrenzende Stadtteil Waldhof sind traditionelle Arbeiterviertel, da u.a. die Werke von ABB (heute Alstom) und Daimler-Chrysler in diesen Stadtteilen liegen.

Jedoch ist es der langen Geschichte Käfertals zu verdanken, dass es, im Gegensatz zu Pfingstberg oder der Vogelstang zum Beispiel, kein Retortenstadtteil ist. Es hat einen gewachsenen Ortskern und beherbergt trotz seines Rufs als Arbeiterviertel nicht nur Mietskasernen, sondern auch eine große Anzahl an Reihenhäusern, sowie einige alleinstehende Häuser und sogar ein paar alte Villen.

Der Bereich zwischen der Rollbühlstraße und der Oberen Riedstraße ist erstaunlich ruhig und in gewissen Bereichen sehr grün. Es scheint auch hier wieder ein Zusammenhang mit der Straßenbenennung zu bestehen. So fanden sich in der Kornblumenstraße auf dem Gehweg wachsende Wildblumen, was dann zur Folge hatte, dass ich den Rest der Tour die Melodie von "Löwenzahn" im Ohr hatte.

Teilweise ging es auch tierisch ab. Sprichwörtlich. Mehrmals sah ich eine schwarze Katze, so dass mich irgendwann schon das paranoide Gefühl überkam, es sei die selbe und sie verfolge mich. Zudem muss ich auch nicht erst zum Eichhörnchenweg gehen, um ein solches Tier zu finden. Ein Exemplar dieser Gattung huschte in der Gewerbstraße an mir vorbei. Tiere gibt es wirklich zur Genüge in dieser Stadt und nicht alle sind so schüchtern wie dieses Eichhörnchen. Auf meiner Tour durch die Vogelstang tapsten in einer Straße seelenruhig zwei Enten an mir vorbei.

Und auch frischen Honig bekommt man in Käfertal. In einem Fenster eines grünen Hauses in der Jägerstraße stand ein Schild, das auf "Honig aus eigener Imkerproduktion" aufmerksam machte.

In Mannheim gibt es also wirklich alles. Inklusive der Albrecht-Dürer-Schule für sehbehinderte Kinder. Die befindet sich in der Baumstraße, aufgefallen ist mir vor allem der sehr schöne Schulhof. Keine Selbstverständlichkeit, stehen doch normalerweise in den Schulhöfen dieser Stadt die Container, in denen die Kinder lernen dürfen.

Auch zwei immer wiederkehrende Phänomene durften auf dieser Tour nicht fehlen: Graffiti und gelbe Telefonzellen. Die Aufschrift "Keine Macht für niemand!" fand sich in der Habichtstraße, die obligatorische Gelbe auf dem Reiherplatz.

Der Reiherplatz und die Reiherstraße sind überhaupt sehr interessant und auch sehenswert. Hier findet sich eines der vielen Arbeiterwohnkomplexe die in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen gebaut wurden. Nur ist dieser Komplex sehr gut erhalten und teilweise renoviert. Insbesondere der Bereich zwischen zwei Rundbogen, auf der einen Seite von der Oberen Riedstraße, auf der anderen von der Schwalbenstraße zugänglich, ist besonders sehenswert (siehe Foto). Hier sind sogar die alten Laternenmasten erhalten (oder sind es gute auf alt gemachte Kopien?).

In der Oberen Riedstraße fand sich dann noch ein in jeder Kleinstadt typisches Bild. Die aufgegebene kleine Tankstelle, und dass hier gleich in doppelter Ausführung. Die eine ist zu einem Getränkemarkt umfunktioniert worden, vor der anderen werden frischer Bio-Spargel und Erdbeeren verkauft.

Heute abgelaufene Straßen: 19
Dazu benötigte Schritte: 9135
Zurückgelegte Strecke: 5,48km
Angeblich verbrauchte Kalorien: 319
Heute gesichtete gelbe Telefonzellen: 1

Bisher abgelaufene Straßen: 128
Gesamte Schrittzahl: 55288
Gesamte Strecke: 33,14km
Bisheriger angeblicher Kalorienverbrauch: 1846
Gelbe Telefonzellen in Mannheim: 8

1 Comments:

  • Im "sehr interessanten und auch sehenswerten" Reiherplatz habe ich mal gewohnt. und ja, da ist es wirklich schön. :)

    und die Laternen gab es da schon immer. auch auf den alten Fotos meiner Großeltern. also, ich schätze mal die sind original.

    By Blogger Michaela, at 8:00 nachm.  

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